20. September 2007
8. Tishrei 5768

Liebe Freunde und Beter,
 
dieser Brief handelt von der Botschaft und der Bedeutung des Festes der Posaunen und des Yom Kippur (Versöhnungstag) und von intimer Gemeinschaft mit dem Herrn.

Überall im Land grüßen sich die Leute in diesen Tagen mit "Shana Tova"..."ein gutes Neues Jahr". Die rabbinische Tradition besagt, dass zu diesem Zeitpunkt die Welt erschaffen wurde. Das Fest ist bekannt unter dem Namen "Rosh HaShana" ... oder "Kopf des Jahres", obwohl es der siebte Monat in Gottes Kalender ist. Er nannte dieses Fest "Yom HaTrua" ... Tag des Blasens oder das Fest der Posaunen. Die Posaune oder Shofar, wie sie in Hebräisch genannt wird, ist ein Widderhorn. Ihre erste Erwähnung in der Schrift finden wir in dem Moment, als Isaaks Leben verschont wurde. Nachdem Abraham seinen Glauben in Vollendung bewiesen hatte, wurde sein geliebter Sohn Isaak auf dem Altar durch einen Widder ersetzt, der sich mit den Hörnern im Dickicht verfangen hatte.
 
In dieser Zeit erinnert uns die Shofar daran, dass wir Isaak auf den Altar legen müssen; aber schlussendlich wird Gott Selbst das Opfer bereitstellen. In dieser Hinsicht erinnert uns die Shofar an Jeshua, das vor Gott angenehme Opfer, an Ihn, der die Essenz all unserer Hoffnungen und Träume ist. Das Fest der Posaunen wurde zehn Tage vor dem Versöhnungstag angesetzt, um uns wachzurütteln, damit wir uns für den Tag des Gerichts vorbereiten.
 
 Am Yom Kippur brachte der Hohepriester stellvertretend für das ganze Volk ein Opfer dar, um für die Sünden zu sühnen, die die Nation unbeabsichtigt getan hatte. Es war nicht automatisch klar, dass Gott das Opfer annehmen würde. Im alten Israel warteten die Menschen mit Furcht und Zittern darauf, dass der Hohepriester wieder aus dem Allerheiligsten zurückkehren würde, das er nur einmal im Jahr betrat. Für die Gläubigen an Jeshua ist es anders. Er hat die Sünde ein für allemal gesühnt. Sein Blut dient uns beständig zur Reinigung. Was ist also die Bedeutung von Yom Kippur für uns als Gläubige des Neuen Bundes? Letzte Woche gab der Herr mir ein Wort und führte mich durch einen Prozess, der eine tiefere Perspektive über die heutige Realität dieser beiden Feste hervorbrachte. Das Fest der Posaunen und der Versöhnungstag repräsentieren die Gnade und die Furcht des Herrn. Es ist Gnade, die freigesetzt wird, um uns aufzurütteln und uns bereit zu machen für den Tag des Herrn, der mit Furcht und Zittern folgen wird.
 
Kürzlich tat ich etwas, bei dem ich fühlte, dass es den Heiligen Geist betrübte. Es war ein schreckliches Gefühl. Ich wollte mich vor der Angelegenheit verstecken, aber ich konnte es nicht. Ich war peinlich berührt und gedemütigt. Der Heilige Geist "schlug mir vor", es Yonit zu erzählen. Ich brachte es nicht fertig und rang mit dem alten Menschen. Ich wusste, dass es irgendwann verschwinden und in Vergessenheit geraten würde...bei den Menschen..., wenn ich es nur lange genug beiseite schob. Ich wusste auch, dass mein Herz absterben würde in dem Maß, in dem ich mich vor dem Licht verbarg. Nachdem ich eine Nacht lang gerungen hatte, war ich in der Lage, einen Teil der Angelegenheit unter die Füße zu bekommen. Nachdem ich diesen Teil Yonit erzählt hatte, rief ich jemanden an, der an der gesamten Sache beteiligt gewesen war. Als ich die eine Sache bekannte, für die ich die Gnade hatte, wurde ich mit der Gnade erfüllt, mich ganz zu öffnen. Die Fülle der Gnade kam, als ich den kleinen Schritt, für den ich Gnade hatte, unternahm. Bedenkt Folgendes:


"Das Blut bedeckt nur das, was wir aufdecken."
 

Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist, und gar keine Finsternis in ihm ist. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit.  Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde.  Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.  Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.
(1. Joh. 1:5-10)

Es geht hier eigentlich um Intimität. Wenn wir dem Herrn nicht erlauben, uns an den Ort der Demut zu bringen, wenn wir Ihn uns nicht zeigen lassen, was in uns ist, wenn wir der Sünde nicht ins Auge schauen und unsere Scham ans Kreuz bringen, dort wo alles entblößt wird, dann werden wir in Finsternis wandeln. Wir werden keine Gemeinschaft mit Ihm haben, keine Gemeinschaft untereinander, nicht von unseren Sünden gereinigt werden und Sein Wort wird nicht in uns sein. Gesegnet sind wir, wenn wir die Gelegenheit haben, die Taten des Fleisches in der Buße auf den Altar zu legen. In diesen Momenten kommen wir Gott näher. Wir müssen abnehmen, damit Er zunehmen kann. Die Offenbarung einer höheren Stufe der Herrlichkeit kommt immer vor oder nach der Entblößung unseres Fleisches. Wie erstaunlich!
 

* * *


Es gibt noch eine andere Erfahrung, an der ich (Arni) Euch gerne teilhaben lassen möchte. In meinem Alltag gibt es Momente, in denen ich die Gegenwart des Herrn bewusst wahrnehme. Aber meistens spüre ich die Nähe Gottes nicht, obwohl ich an Ihn und an Sein kommendes Königreich ständig denke. Vor einigen Wochen sagte ich zu einem Freund: "Ich habe nicht den Eindruck, dass ich eine intime Beziehung mit Gott habe." Seine Antwort veränderte mein Leben. Er sagte: "Arni, schau doch mal, wie viel Offenbarung Gott Dir geschenkt hat. Er zeigt Dir ständig ganz tiefe Wahrheiten. Was könnte denn noch intimer sein als das?"
 
Ihr Lieben, ich hatte mit einer Vorstellung von Intimität gelebt, die mit meinem Leben nicht übereinstimmte. Ich hielt Ausschau nach einem ganz bestimmten Gefühl. Ich suchte eine festgelegte Art von Austausch mit Ihm. Ich wollte Seine Stimme hören und Seine Gegenwart auf eine besondere Weise erleben. Ich dachte, es gäbe eine spezielle Art und Weise, wie das sein müsste, wie es sich anfühlen und aussehen sollte. Es war mir nicht klar, dass ich mit meinem Maßstab von Intimität daneben lag. In all den Jahren empfing ich manchmal prophetische Worte über Gottes Liebe zu mir, die ausdrückten, dass Er mit mir zufrieden war. Obwohl ich sie niemals anzweifelte, kamen die Worte irgendwie niemals richtig so bei mir an, wie sie es hätten sollen. Aber als mein Freund das sagte, da wurde ein Schleier von meinem Herzen entfernt und ich wusste ohne den geringsten Zweifel, dass Gott und ich wirklich immer sehr intim miteinander gewesen sind. Das ist eine ganz individuelle Erfahrung. Bei jedem ist es anders. Gott hat jeden von uns dazu geschaffen, einen Aspekt Seiner Natur auszudrücken und zu offenbaren und einen Aspekt Seiner Wahrheit zu verkörpern. In den tiefsten Orten unseres Seins, ganz verborgen in den Kammern unseres Herzens, hat der Vater ein spezielles Wort, eine spezielle Berührung und einen speziellen Namen für jeden von uns.
 
Meine vierunddreißig Jahre des Wandels mit dem Herrn sind davon geprägt, dass der Heilige Geist immer wieder zu mir kam und mir die Natur und die Werke meines Fleisches offenbarte. Mehr als einmal hat Gott mich bloßgestellt, vor mir selbst und vor anderen. Es gibt Zeiten, wo wir in unserem Herzen und in unserem Verstand willig sind, unsere Sünden vor dem Herrn einzugestehen, aber nicht vor unseren Geschwistern. Wenn wir unser Herz für einander verschließen, dann ist das dasselbe, als wenn wir unser Herz vor dem Herrn verschließen. Intimität mit dem Herrn kommt dann, wenn wir transparent vor Ihm und vor unseren Brüdern bleiben. Dies hier ist etwas, das wir tun können, um unsere Intimität mit dem Herrn ... und untereinander ...zu vertiefen: Wir können "unsere Sünden einer dem anderen bekennen und füreinander beten, damit wir geheilt werden." (Jakobus 5:16)
 
Gott hat sich schon vor uns entblößt, durch die Bibel und durch das Kreuz. In Matthäus 7:21-23 sprach Jeshua zu einer Gruppe von Menschen, die dachten, sie seien okay, aber sie waren es in Wirklichkeit nicht. Und er sagte zu ihnen: "Ich kenne euch nicht." Wir würden eher erwarten, dass Er sagt: "Ihr kennt mich nicht." Wie konnte Er sagen, dass Er sie nicht kannte? Er weiß alles. Was hat Er wirklich damit sagen wollen? Sie müssen auf jeden Fall ein wenig Erkenntnis über Gott besessen haben, weil sie in Seinem Namen Wunder taten. Aber sie hatten niemals ihre Herzen völlig geöffnet, um Ihn hineinzulassen. Es gab Bereiche, wo sie Ihm niemals Zutritt gewährt hatten. Aus irgendwelchen Gründen, die am Ende keine Rolle mehr spielen werden, waren sie nicht transparent. Obwohl sie wussten, dass Er sowieso alles weiß, haben sie dennoch Dinge verborgen gehalten. Sie haben dem Heiligen Geist nicht gestattet, die Dunkelheit in ihnen zu offenbaren. Sie wandelten nicht im Licht und hatten so keine echte Gemeinschaft mit dem Herrn. In der Botschaft geht es weniger darum, was wir leisten können, um Intimität mit dem Herrn zu erreichen, als darum, was wir tun können, um sie zuzulassen.
 

Egal, was es kostet, wir dürfen unsere Herzen niemals verschließen.

 

* * *


Wir sitzen hier in Israel und schreiben das, was wir schreiben, und manchmal bedauern wir es, dass wir nicht mehr über die aktuelle Lage und die Ereignisse im Land sagen. Im Moment sieht es so aus, dass wir meistens darüber schreiben, was Gott in unserem persönlichen Leben und in unserem Dienst tut. Schlussendlich können wir nur das geben, was wir selbst empfangen haben, und über das schreiben, was wir wissen. Israel ist eine prophetische Nation und wir sind ein prophetisch ausgerichteter Dienst. Wir denken nicht, dass alles, was wir persönlich durchmachen, eine Botschaft für den Rest des Leibes ist, aber wir glauben, dass das manchmal zutrifft. Und deshalb schreiben wir und vertrauen darauf, dass der Herr die Streu wegbläst.
 
Insgesamt gesehen, empfinden wir es als Vorrecht, unser Leben mit Euch zu teilen. Wir sind sehr gesegnet dadurch, dass wir wissen, dass Menschen tatsächlich aufgebaut und ermutigt werden, wenn wir unsere Eindrücke und Erfahrungen mitteilen. Welche Frucht wir auch immer zu bieten haben mögen, das alles geschieht natürlich nur durch das Wirken und die Gnade des Herrn. Sie ist auch ein Produkt der geistlichen Atmosphäre, in der wir leben. Bevor wir nach Israel zogen, lebten wir acht Jahre lang als Gläubige in Manhattan. New York City hat ganz gewiss seine Herausforderungen. Aber das ist alles nicht vergleichbar damit, in der Mitte des Feuerofens zu leben. Hier zu leben und einen Dienst aufrechtzuerhalten, ist auch finanziell teuer. Und gerade jetzt benötigen wir an dieser Front Hilfe. Unser monatliches Einkommen deckt immer noch nicht regelmäßig unsere laufenden Kosten ab. Wir wissen nicht, warum dies so ist, aber so ist es eben. Vielleicht ist dies eine weitere Gelegenheit dafür, nackt und transparent zu sein. So bitten wir Euch demütigen Herzens, dass Ihr, wenn Ihr durch die Frucht unseres Lebens gesegnet wurdet und an das glaubt, was wir tun, darüber nachdenkt, ob Ihr Emmaus Way nicht regelmäßig unterstützen möchtet (sofern Ihr das nicht schon tut). Und betet, ob Ihr ein spezielles Opfer geben wollt, damit wir in den neuen Zeitabschnitt ohne Altlasten aus der Vergangenheit gehen können.
 
Vielen herzlichen Dank.
 
Der Herr segne Euch von Zion aus!
 
                                   Im Dienst für Euch ...
                                                 zur Ehre Seines Namens,
 

Arni und Yonit


 


Während wir auf dieser Erde sind, lasst uns in das, was zeitlich und vergänglich ist, investieren,
damit wir im Königreich des Himmels eine ewige Belohnung ernten mögen
 
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