31.
Dezember 2006
10. Tevet 5767
Liebe Freunde und
Beter,
vor fast vierzig Jahren, in einem Einzimmer-Apartment im Zentrum von Manhattan,
erweckte der Geist Gottes meine schlafende Seele und machte mir die tiefe
Dunkelheit im menschlichen Herzen bewusst. Ich (Arni) begriff, dass der Grund,
warum die Welt in solch einem schlimmen Zustand der Zerbrochenheit ist, der ist,
dass es so viel Selbstbezogenheit gibt, die ihre Wurzel im Stolz hat und die von
Angst noch verstärkt wird. In diesem Augenblick des Lichtes und der Offenbarung
verpflichtete ich mich dazu, von dieser Sache in mir frei zu werden, die mich
dazu brachte, mich über andere zu erheben. So begann meine Suche nach Gott, nach
Wahrheit und Demut. Nach vier Jahren, in denen ich ständig meine Leere und Sünde
betrachtet hatte, kam Jeshua und bot mir an, die Kontrolle in meinem Leben zu
übernehmen. Er beantwortete alle meine Fragen und erfüllte mich mit Hoffnung und
Liebe.
Ihn zu kennen, befreite mich sofort aus dem Labyrinth menschlicher Verwirrung.
Ich kannte Ihn als den Weg, die Wahrheit und das Leben. Ich musste jedoch erst
noch herausfinden, dass die Wahrheit zu kennen noch nicht bedeutet, dass man
auch von ihr transformiert worden ist ... den Weg zu erkennen, das alleine
erfüllt uns noch nicht mit der Frucht eines gekreuzigten Lebens ... und zwischen
dem, dass man das Leben Gottes schmeckt und dem, dass man im Fluss Seiner
Gegenwart lebt, ist auch noch ein großer Schritt. Als ich vor dreiunddreißig
Jahren wiedergeboren wurde, hatte ich keine Ahnung, dass das Werk der Heiligung
so lange dauern würde.
Während der letzten Monate haben wir über unsere ganz persönliche innere Reise
berichtet. In unserem letzten Brief sprachen wir über Gottes Prozess, wie Er
einen schlechten Baum im Garten unseres Lebens ausreißt. Als ich dieses Beispiel
gab, hatte ich noch nicht begriffen, dass das genau das war, was in meinem Leben
geschehen sollte. Über die Jahre hatte ich einige Begegnungen mit demselben
"Engel", den Jakob am weiten Ufer des Flusses Jabbok traf. Es scheint so, dass
keine der Begegnungen wirklich bis zum Morgengrauen andauerte. Aber heute weiß
ich tief in meinem Innern, dass die Stunde für mich gekommen ist, um meinen
göttlichen Gegner zu ergreifen und nicht eher loszulassen, bis Er mich segnet
... bis Er den Namen ändert, unter dem ich bekannt bin.
Diese "Runde" wurde eigentlich von den Mitgliedern unseres Teams hier in Israel
eingeläutet als Reaktion auf die immer noch sich in mir befindende Dunkelheit,
die ich zum ersten Mal in meinem Apartment in Manhattan im Jahr 1969 erkannte.
In einem Zustand, wo unsere Beziehungen ziemlich am Ende waren, baten wir andere
um Hilfe. Jobst Bittner, eine lieber Freund und Mitglied unseres Vorstands, kam
aus Deutschland. Er wurde begleitet von John Myers, unserem Pastor, und von
Marcel Rebiai, der ein hochgeschätzter Ältester und Vater im Land ist. Sie kamen,
um uns zu helfen, das Wort und den Weg des Herrn zu erkennen und aus dem Sumpf
der augenblicklichen Lage wieder herauszukommen. Am Ende unseres gemeinsamen
Treffens gab es keinen Zweifel darüber, was Gott sagte. Diese persönlichen
Angelegenheiten brachten uns, obwohl sie nur der Katalysator gewesen waren, zu
einem wirklich von Gott vorherbestimmten und geplanten Augenblick, bei dem sie
jedoch nur ein Teil eines dreiteiligen Bildes von Gottes Transformationswerk
waren: in mir persönlich; im Leben von Brian, Kari, Terry, Stephen und Michael;
und auch in Bezug auf die Erneuerung und Umgestaltung von Emmaus Way. Eine
kostbare und fruchtbare Periode ist zu Ende gegangen. Die Gemeinschaft, die im
Jahr 2000 in Tel Aviv begann und die 2005 in die Hügel von Judäa umzog, ist "beerdigt"
worden. So schockierend wie das jetzt auch klingen mag – und wir selbst hatten
es auch nicht so erwartet – dieses Wort des Herrn durch unsere Brüder ist als
Heilungsstrom von Gottes Thron in unsere Herzen geflossen.
Während des letzten Jahres oder so hatten wir einige Prophetien empfangen, dass
Gott mit Emmaus Way etwas Neues tun würde. "Leute werden kommen und weggehen..."
und "obwohl der Dienst anders aussehen wird, wird es immer noch Emmaus Way sein..."
und "das Neue kann nicht gesendet werden, bis das Alte abgeschlossen und beendet
ist..." und "das Neue, das geboren wird, ist nicht wie das, was vorangegangen
ist." Ehrlich gesagt, als diese Worte zu den verschiedenen Zeiten kamen, war die
Verkündigung solch drastischer Veränderungen für uns kein Anlass zu Freudenrufen
und Freudentänzen, aber heute sind genau diese Worte für uns ein großer Trost.
* * *
Für mich hat der Herr diese Zeit dazu bestimmt, dass meine Seele geheilt,
befreit und wiederhergestellt wird zu einem Zustand der Liebe und des Friedens;
dafür habe ich schon jahrelang gebetet. Dieses Werk bedarf einer Auszeit vom
öffentlichen Dienst und einer Loslösung von der Verantwortung, die mit der
Leitung eines Mitarbeiterstabes und einer Gemeinschaft einhergeht.
Für die meisten im Team ist es jetzt Zeit, weiter zu ziehen, in die Dinge hinein,
die der Herr vor Grundlegung der Welt für sie vorbereitet hat. Wir möchten
hierbei einen Punkt betonen, den auch unsere Berater betont haben: diese
Veränderung ist zum Wohl aller. Gott arbeitet daran, dass Er uns alle in eine
herrliche Zukunft und Hoffnung bringen kann, die uns niemals enttäuschen wird.
(Michael wird weiterhin unser israelischer Verwalter sein, sowohl für unsere
israelische als auch für die US-amerikanische gemeinnützige Organisation).
Für Emmaus Way bleibt der Auftrag, zur Anbetung aufzurufen und einen Ort für die
Gegenwart des Herrn zu bereiten; es bleibt die Last, Jeshua einer Generation von
suchenden Israelis zu bringen und die prophetische Botschaft aus Israel zu den
Nationen zu tragen. Geblieben ist auch unser Mandat, Auferstehungsleben durch
eine Verbindung zwischen Deutschen und Juden hervorzubringen. Dies alles wurde
von unserem Pastor und den Ältesten bestätigt. Im Wesentlichen bleibt die
Mission von Emmaus Way unverändert. Nur die Ausdrucksform wird sich ändern.
* *
*
Jetzt einen Zeitpunkt festzulegen, bis zu welchem die Umgestaltung abgeschlossen
ist, das würde sicherlich die Tiefe und Breite dessen, was Gott hervorbringen
möchte, begrenzen. Ich glaube, dass der Geist Gottes etwas vollenden möchte, das
sich mindestens bis zur Sünde meiner österreichischen Vorväter erstreckt. Wir
möchten ganz klar sagen, dass dieser Ruf, eine Auszeit zu nehmen, nicht das
Resultat eines ethischen oder moralischen "Fehltritts" ist, sondern eine
Gelegenheit aus der Hand Gottes, mich/uns für die unglaublichen Tage, die vor
uns liegen, vorzubereiten, damit wir viel mehr Frucht bringen können.
Im Gehorsam zum Herrn und in Unterordnung zur geistlichen Autorität über uns
haben wir alle geplanten Treffen außerhalb Israels abgesagt, und wir werden auch
nicht zur Verfügung stehen, um Gruppen zu dienen, die nach Israel kommen.
Deshalb werden auch die geplanten Anbetungsschulungen erst einmal ausgesetzt.
Jedoch werden wir, gemäß dem Rat unserer Ältesten, weiterhin das
Dienstzentrum, das Gott uns anvertraut hat, aufrechterhalten. Der
Tabernakel und die Gästewohnungen stehen denjenigen, die kommen und das
Angesicht des Herrn suchen möchten, weiterhin zur Verfügung. Wir freuen uns sehr,
wenn wir Eure Gastgeber sein dürfen, auch ohne Lehre und geistliche Zuteilung
durch uns.
Abgesehen davon, dass wir mehr Zeit haben, Ihn im Tabernakel zu suchen, hat der
Herr noch verschiedene andere Dinge auf unser Herz gelegt. Seit einiger Zeit hat
der Herr Arni immer wieder gedrängt zu schreiben. Im Moment sieht es so aus, als
würden es vielleicht zwei Bücher werden. Außerdem möchten wir beide gerne unsere
Hebräischkenntnisse verbessern, damit wir noch besser Einsätze im israelischen
Umfeld machen können. Zu diesem Zweck werden wir uns einer hebräischsprechenden
Hauszellgruppe in unserer Gemeinde anschließen. Und wir haben es auf dem Herzen,
die Beziehungen mit den vielen israelischen Freunden aufzufrischen, die wir in
den vierzehn Jahren unseres Aufenthaltes im Land kennen gelernt haben, und zu
sehen, was der Herr in ihrem Leben tut. Wir freuen uns wirklich auf die vor uns
liegende Zeit.
Wir wollten gerne diesen Brief mit einem Wort von einem oder von mehreren
unserer beratenden Brüder verbinden und wir hatten auch geplant zu warten, bis
wir ihre Beiträge empfangen. Da jedoch unkorrekte Versionen und Auffassungen von
den Ereignissen, von denen wir hier berichtet haben, schon im Umlauf sind,
dachten wir, dass wir diesen Brief sofort versenden sollten. Wir werden die
unterstützenden Briefe unserer Leiter nachreichen, sobald wir sie erhalten haben.
* *
*
Für diejenigen unter Euch, die uns im Gebet unterstützt und aufrechterhalten
haben: wir brauchen Eure Fürbitte und Gebete jetzt vielleicht noch mehr als
früher. Für diejenigen, die an unsere Berufung geglaubt haben, unsere Integrität
bezeugen können und die uns finanziell beigestanden haben: wir sind stärker auf
die Gnade des Herrn durch den Leib des Messias angewiesen als je zuvor. Und
bitte betet auch für die unter uns, die nun zu neuen Horizonten aufbrechen, dass
ihr Weg gerade und ihr Pfad mit Licht erfüllt sein möge, abgesteckt von
Segnungen und gepflastert mit Gnade.
Zum Schluss noch eine sehr persönliche Bemerkung: Ich möchte sagen, dass es
nicht einfach war zu hören, wie Freunde über ihre Schwierigkeiten und
Verletzungen berichteten, die sie erlebt haben, während sie sich unter den
pastoralen Bemühungen eines entschieden prophetischen und selber
hilfsbedürftigen Arni befanden. Gerade jetzt möchte ich dem Herrn alle Ehre
geben dafür, wie Er in diesem unangenehmen Moment alles geleitet hat. Ich möchte
dem Herrn danken, dass jeder ungehindert die Möglichkeit hatte, alles zu sagen,
was er auf dem Herzen hatte; und ich möchte Ihm für diese lieben Brüder und
Ratgeber danken, die immer noch an uns glauben trotz unserer Unzulänglichkeit
und die so viel von sich selbst gegeben haben, um uns zu unterstützen und mit
uns bis zur anderen Seite zu gehen. Dank an Jeshua, in dessen Zerbrochenheit und
Demut wir den Pfad zur Errettung und zur Fülle von Freude finden.
Möge 2007 für Euch die reichsten Segnungen Gottes bereithalten.
Im
Dienst für Euch ...
zur
Ehre Seines Namens,
Arni
und Yonit